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16. Mai 2014

Ein Gespräch …… Olaf

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K : Wir wollen ArtProPan vorstellen. Was möchtest du über dich sagen ?
O : Ich möchte über mich als Künstler sprechen und komme in genau die Misere die mich schon die ganze Zeit beschäftigt. Wir arbeiten intensiv am Haus , gleichzeitig bereiten wir die Sommerausstellung vor. Ich frage mich sehr oft wie ich das alles verbinden kann, die kommerzielle Frage mit der künstlerischen.
K : Das Problem haben die meisten. Kannst du hier das Erfolgsrezept nennen ?
O : Wer authentisch leben will muß sich was überlegen. Er muß Ressourcen suchen und ausschöpfen. Er muß Leben mit seiner Arbeit verbinden. Ich bin Bildhauer. Mein Werk ist zur Zeit das Haus. Ich begebe mich täglich auf die Gratwanderung zwischen abgelenkt sein vom Alltagsanspruch und dem sich massiv konzentrieren auf meine individuelle Ausdrucksform . Jede Kunstform ist Ausdrucksformen einer individuellen Haltung.
All dem liegt aber ein und dasselbe zugrunde : Mein Leben aufbauen mit meiner Arbeit. Das Haus gibt die kommerzielle Ebene, so zu sagen als notwendiges Übel. Es ist aber auch mein Atelier und Wohnraum, es ist Kommunikationsebene mit anderen Künstlern und Betrachtern, es dient der Kooperation und Vernetzung. Das Haus hilft eine Geisteshaltung zu entwickeln. Es ist schwer zu erklären.
K: Dein Anliegen , Kunst nämlich zu leben, ist klar umreißbar und dennoch sehr vielfältig !
O : Prozesshafte Ansätze schaffen ist der Weg. Den Prozess in Gang bringen, aus mir selbst heraus entfachen. Der Prozess ist sichtbar veränderlich und in einer Eigendynamik. Das Leben ist ein Prozess, nichts ist abschliesbar, es gibt kein vorn und kein hinten.
K: So gesehen würde nie was fertig ! Was heißt das für den Hausbau ?  Entspräche das auch deiner Arbeit an einer Skulptur?
O : Langsam ! Das Haus muß bald fertig werden damit wir in Ruhe Kunst machen können und Geld verdienen.
K : Klar, war ja auch nur ein Scherz. Aber was ist mit deiner Arbeit ?
O : Mir ist es wichtig den künstlerischen Gedanken zu führen, gleichgültig in welchen Materialien und Formen er sich ausdrückt. Es ist möglich, daß jeder Gedanke seine eigene Form, seinen eigenes Material hat. Anlehnend an Joseph Beuys gilt, daß zum Gedanke das Material und die Form sich findet. Was hat dieser Gedanke für eine Seele, welche Form hat diese Seele , welches Material wird ihr gerecht, welche Geste ?
K : Es ist in erster Linie  wichtig den Gedanken überhaupt zu sehen !
O : Genau!  Dafür gilt es Ablenkung zu bekämpfen. Alles ist so stark in Bewegung, alles fließt  Wenn ich alles ohne Vorurteile betrachte, die vielen Perspektiven sehe etwas zu betrachten, muß ich mich durch diese Wandelbarkeit kämpfen. Der Prozess ist da und soll offen gehalten werden.
K : Es liegt aber auch an mir etwas einfach mal an zuhalten ! Es wird sonst zu hektisch alles. Wie kann ich deinem Prozess folgen, wie kann ich dabei deine Arbeit verstehen? Willst du verstanden werden ?
O : Ich will ja kommunizieren ! Ich will ein kommunikatives Element in der Gesellschaft zeigen und dem Betrachter Teile von sich selbst entdecken lassen. Das ist ein wichtiger Aspekt meiner Arbeit.
K : Ich finde es interessant , daß du kommunizieren willst und gleichzeitig  im Prozess sein, im Wandel. Damit kann ich dich auf nichts festlegen.
O : Es ist für mich durchaus auch schwierig mich nicht fest legen zu können. Andererseits – wenn  man sich mal festgelegt hat ist es genauso schwierig. Es ist also gleichgültig ob ich mich festlege oder nicht. Ich bleibe dabei mich im Prozess zu halten. Ich bin gespannt wie meine persönliche Entwicklung daraufhin weitergeht
K: Recht auf Endgültigkeit hat sowieso niemand . Anstelle einer Auseinandersetzung über Fakten und Wertigkeit  unterhalte ich mich lieber über die Möglichkeiten und ihre vielfältigen Erscheinungen.
O : Genau ! Unterhalte dich mit mir !
K : Tu ich doch gern !….

 

 

Text : Katharina Imhoff